Harz 2010

Fronleichnamsfahrt in den Harz

Zur Fronleichnamsfahrt 2010 starteten insgesamt 30 Mitglieder und Freunde des Obst- und Gartenbauvereins Scheuerfeld vom 03.06.2010 bis 06.06.2010 zu einer Tour in den Harz.

Wie immer hatten wir schönes Wetter bestellt, der Regenschirm konnte im Bus bzw. Hotelzimmer bleiben.

Unsere Tour, die wie in den letzten Jahren auch, in Zusammenarbeit mit der Firma „Frankenland-Reisen” durchgeführt wurde, führte uns zunächst über die Autobahn A7 an Kassel und Göttingen vorbei nach Goslar, unserem Tagesziel.

Unser Fremdenführer, der uns auch die nächsten Tage begleitete, erwies sich als wahres wandelndes Lexikon. Egal, wo wir uns gerade befanden, er hatte uns immer etwas Interessantes zu erzählen. Und das 3 Tage lang!

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Nach einer Führung durch die Kaiserpfalz, einem Spaziergang durch Goslar und einer kleinen Busrundfahrt, bei der wir die Stadt noch „von oben” sehen konnten, endete der Tag mit dem Einchecken in unserem Hotel „Harzlodge” und dem anschließendem Abendessen.

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quartier

Der zweite Tag war einer Busrundfahrt durch den Harz vorbehalten. Die erste Sehenswürdigkeit konnten wir in Blankenburg bestaunen, die Barockgärten hinter dem „Kleinen Schloß”, die zum Netzwerk „Gartenträume Sachsen Anhalt” gehören.

blankenburg

Danach fuhren wir weiter, an Thale vorbei zum Hexentanzplatz. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick zur Roßtrappe, dem berühmten Felsgipfel oberhalb des linken Bodeufers. Den einzigen „Hexentanz” hatte hier wohl nur unser Busfahrer. Großer Reisebus und schmale kurvige Bergstraße, keine ideale Kombination.

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Unser nächstes Ziel war Quedlinburg, dessen malerische Altstadt mit Schloßberg und Stiftskirche, sowie zahlreichen Fachwerkbauten von der UNESCO im Jahr 1994 in die Liste des Welterbes aufgenommen wurde. Im Rathaus hielt der Bürgermeister persönlich für uns einen kleinen und sehr interessanten Vortrag über die Geschichte der Stadt.

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quedlinburg

Am Nachmittag besuchten wir dann Wernigerode, dessen herrliche Altstadt mit zahlreichen Fachwerkbauten und dem markanten Rathaus sich nicht hinter Quedlinburg verstecken muss. Wernigerode ist außerdem Ausgangspunkt der Harzer Schalspurbahnen, die unter anderem auf den Brocken und bis nach Nordhausen führen.

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Nach unserer Rückkehr und dem gemeinsamen Abendbrot war wieder einmal ein schöner Tag zu Ende gegangen. Und wer noch nicht genug hatte, konnte einen kleinen Spaziergang nach Goslar machen, in einen der vielen Biergärten.

Der dritte Tag sollte uns noch einmal in den Oberharz führen. Unser erstes Ziel war die Staumauer der Okertalsperre, einer der größten Stauseen im Harz. Die Talsperre dient dem Hochwasserschutz und der Energieerzeugung. Die Wasseroberfläche erstreckt sich über ca. 225 ha. Der See ist ca. 65 Meter tief und nicht nur bei Touristen sondern auch bei Tauchern beliebt. Mit der MS „Aquamarin” befährt sogar ein Ausflugsschiff den See.

okertalsperre

Nächstes Ziel war Clausthal-Zellerfeld. Hier konnten wir im Oberharzer Bergwerksmuseum einiges Wissenswerte über den früheren Bergbau im Harz, sowie einer technische Besonderheit, dem sogenannten Oberharzer Wasserregal hören. Dies ist ein hauptsächlich im 16. bis 19. Jahrhundert geschaffenes System zur Umleitung und Speicherung von Wasser in Stauteichen, zum Antrieb von Wasserädern in den Bergwerken des Oberharzer Bergbaus. Es zählt zu den größten und bedeutendsten historischen bergbaulichen Wasserwirtschaftssystemen der Welt. Die zur Erzeugung von Wasserkraft entstandenen Anlagen stehen seit 1978 als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. Sie werden zu einem großen Teil weiterhin betrieben, wobei der Zweck überwiegend in der Landschaftspflege (Pflege einer historischen Kulturlandschaft), im Naturschutz, Tourismus und im Badebetrieb besteht.

Wasserwirtschaftlich gesehen haben einige Stauteiche noch einen Zweck im Hochwasserschutz und in der Trinkwassergewinnung. In der Innenstadt von Clausthal Zellerfeld gab es weitere Sehenswürdigkeiten, so zum Beispiel die Marktkirche zum Heiligen Geist, die mitten im 30-jährigen Krieg aus Eichen- und Fichtenholz errichtet wurde. Das Dach ist mit Blei gedeckt. 1642 wurde sie zu Pfingsten geweiht. Die Marktkirche gilt als größte erhaltene Holzkirche Europas.

Weitere interessante Gebäude sind das Bergarchiv, sowie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.

bergarchiv

Nach der Mittagspause führte uns die Fahrt weiter nach Hahnenklee zur Besichtigung der dortigen Stabkirche. oder sind Kirchen in Holzkonstruktion, die in Skandinavien während der Übergangszeit von der heidnischen Religion zum Christentum vor allem im 12. und 13. Jahrhundert gebaut wurden. Wichtigstes Merkmal ist der so genannte Stabbau, bei dem die Wände aus senkrecht stehenden äben (Ständerbauweise) gebildet werden. Das Wort stammt vom norwegischen Wort , welches auf Deutsch bedeutet. Bei der im Jahr 1908 fertiggestellten Kirche handelt es sich um eine der wenigen Exemplare außerhalb Skandinaviens. Die Stabkirche in Wang im Riesengebirge haben wir übrigens im Jahr 2001 anlässlich einer Vereinsfahrt ebenfalls besucht.

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Damit war unser Reiseprogramm für den 3. Tag beendet und wir kehrten wieder in unser Quartier zurück. Wer wollte, hat noch einen letzten Blick auf Goslar geworfen und sich in aller Form von der dortigen Kneipenwelt verabschiedet, denn am nächsten Tag war schon wieder die Heimreise fällig.

Der vierte Tag begann mit der Verladung des Reisegepäcks im Bus, danach starteten wir in Richtung Nordhausen, unseres ersten Tagesziels. Hier erfuhren wir im Rahmen einer Führung durch die Räume einer Nordhäuser Traditionsbrennerei allerlei Interessantes über die Herstellung von Spirituosen. Selbstverständlich gab es hinterher auch eine Verkostung der verschiedenen Produkte der Brennerei und mancher hat sich danach für die nächste Zeit eingedeckt.

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Danach fuhren wir weiter, den Harz hatten wir inzwischen hinter uns gelassen, unserem nächsten und zugleich letzten Ziel entgegen, dem Kyffhäuserdenkmal auf der Kuppe des Kyffhäuserberges in der Nähe von Bad Frankenhausen in Thüringen. An dem 81 Meter hohen, im Jahr 1896 fertiggestellten Monument findet man ein Reiterstandbild Kaiser Wilhelms, des I. sowie eine in Stein gehauene Barbarossafigur. Wer wollte, konnte die Turmkuppel des Denkmals besteigen. Nach insgesamt 247 Stufen wurde die Anstrengung mit einem herrlichen Rundblick über die Goldene Aue sowie bis in den Harz belohnt.

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Der Rest ist schnell erzählt. Nach einigen Stunden Fahrt durch Südthüringen erreichten wir das „Waldhotel Hubertus” an der ehemaligen Grenzkontrollstelle bei Eisfeld zu unserer Abendeinkehr. Gegen 21.00 trafen wir in Coburg ein.

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